In meiner Arbeit begegnen mir immer wieder Führungskräfte, die sagen:
„Ich verstehe gar nicht, warum ich in bestimmten Situationen immer wieder gleich reagiere.“
Sie sind kompetent. Erfahren. Reflektiert.
Und trotzdem übernehmen in manchen Momenten Muster die Führung,
die viel älter sind als jede Führungsposition.
Ich glaube, wir alle tragen solche Muster in uns.
Sie sind irgendwann entstanden, um uns zu schützen. Um dazuzugehören.
Um Konflikte zu vermeiden. Um stark zu sein. Um zu funktionieren.
Damals waren sie überlebenswichtig.
Heute zeigen sie sich vielleicht darin, alles kontrollieren zu wollen.
Es allen recht machen zu müssen. Schwierige Gespräche aufzuschieben.
Oder keine Schwäche zeigen zu dürfen.
Nach außen wirkt das wie Führungsverhalten.
Ich frage mich dann oft: Ist das wirklich Führung? Oder spricht gerade unser Überlebenssystem?
Für mich beginnt echte Führung dort, wo wir neugierig auf uns selbst werden.
Wo wir den Mut haben, innezuhalten und uns zu fragen:
Aus welchem Teil von mir heraus handle ich gerade?
Nicht, um uns zu bewerten.
Sondern um bewusster zu werden.
Denn erst wenn ich meine eigenen Muster erkenne, kann ich mich entscheiden,
ob ich ihnen weiter folgen möchte.
Ich bin überzeugt:
Menschen brauchen keine perfekten Führungskräfte.
Sie brauchen Menschen, die bereit sind, sich selbst zu führen.
Vielleicht ist genau das eine der wichtigsten Führungsaufgaben unserer Zeit.
Wie erlebst du das? Begegnen dir solche Überlebensmuster –
bei dir selbst oder in deinem Arbeitsumfeld?