Am Sonntag, den 24. Mai, bin ich mit meinem Campervan Dori in Pappenheim gestartet.
Nicht einfach nur zu einer Reise durch Deutschland. Sondern zu einer Reise, die mich wieder einmal daran erinnert hat,
dass jede Bewegung im Außen auch etwas im Inneren in Bewegung bringt.
Die erste Station führte mich nach Gut Basthorst. Ein Ort voller Natur, Weite und tiefer Begegnungen.
Dort habe ich liebe Freunde getroffen: Isa Mack und Dr. Julian Mack. Eine Freundschaft, die seit mittlerweile acht Jahren besteht. Eine Verbindung,
die nicht davon lebt, wie oft man sich sieht, sondern davon, wie ehrlich und tief man sich begegnet.
Gemeinsam haben wir Podcast-Gespräche geführt und uns der Frage gewidmet:
Was brauchen wir gerade in dieser sich wandelnden Zeit?
Es entstanden Gespräche über Bewusstsein, Menschlichkeit, Verbindung und die Frage, wie wir in all den Veränderungen bei uns selbst bleiben können. Gespräche,
die nicht nur aufgenommen wurden, sondern die vor allem berührt haben. Eingebettet in die Natur wurde einmal mehr spürbar, wie kraftvoll echte Begegnung sein kann.
Von dort aus ging es weiter an den Schaalsee zu Barbara Messer und ihrem Partner Heiko Gruner. Schon die Ankunft fühlte sich an wie ein Eintauchen in eine andere Frequenz.
Der See lag still vor uns, spiegelklar.
Vor ihrem Weltreisemobil sprachen Barbara und ich darüber, was die Natur als Coaching-Raum ausmacht. Warum echte Entwicklung oft genau dort geschieht, wo Weite entsteht.
Auch diese Gespräche fanden ihren Platz in ihrem Podcast „Schnittstellen“.
Wir haben gegrillt, gelacht, innegehalten und den Schaalsee nicht nur betrachtet, sondern gespürt.
Danach führte mich die Reise weiter nach Werder an der Havel. Dort wurde es stiller. Ruhiger. Zeit für MeTime. Zeit für mich.
Ich saß am Wasser, gönnte mir eine Soljanka, beobachtete das Leben um mich herum und war gleichzeitig ganz bei mir selbst.
Diese Momente des Alleinseins sind für mich oft keine Einsamkeit, sondern Räume der Begegnung mit mir selbst.
Am Mittwoch ging es weiter nach Berlin. Dort wartete ein privates Ereignis auf uns, das vieles verändert hat.
Wir mussten Abschied nehmen von einem lieben Menschen.
Trauer macht etwas mit uns.
Sie entschleunigt.
Sie macht still.
Und manchmal bringt sie uns genau dorthin, wo wir uns selbst wieder begegnen.
Gemeinsam mit meinem Partner und seinem Bruder reisten wir anschließend mit Dori weiter Richtung Ostsee.
Wir verbrachten eine intensive und wunderschöne Zeit auf einem Hausboot. Das Wasser wurde zu einem Raum der Erinnerung.
Wir kehrten an einen Ort zurück, an dem einst der Vater der beiden bestattet wurde. Unweit der polnischen Grenze wurden Erinnerungen wach,
Geschichten erzählt und Gefühle spürbar, die lange unter der Oberfläche gelegen hatten.
Auf dem Wasser wurde vieles weicher. Ehrlicher. Klarer.
Von dort aus führte uns die Reise weiter nach Heringsdorf auf Usedom. Noch einmal Meer. Noch einmal Weite. Noch einmal Durchatmen.
Doch wie so oft auf Reisen – und vielleicht auch im Leben – läuft nicht immer alles nach Plan.
Auf der Rückreise blieb Dori in Anklam stehen.
Eine weitere Coaching-Aufgabe, wie ich heute sagen würde.
Denn genau dort begegneten uns Menschen, die sofort helfen wollten. Ein junger Mann aus der Werkstatt kümmerte sich direkt um uns,
organisierte Unterstützung und sorgte dafür, dass die Ersatzteile am nächsten Tag da waren.
Also blieben wir.
Und manchmal liegt genau darin das Geschenk.
Anklam – die Stadt von Otto Lilienthal – wurde plötzlich mehr als nur ein ungeplanter Zwischenstopp.
Für meinen Partner, der durch die Fliegerei eine besondere Verbindung dazu hat, bekam dieser Ort eine ganz eigene Bedeutung.
Am Montag konnten wir schließlich weiterfahren.
Doch die nächste Panne ließ nicht lange auf sich warten.
Und auch sie hatte etwas im Gepäck.
Sie schenkte uns ehrliche Gespräche. Räume für Klarheit. Sichtbarkeit für Themen, die bislang eher zwischen den Zeilen existiert hatten.
Diese Reise wurde dadurch endgültig mehr als eine Reise durch Orte.
Sie wurde eine Reise nach innen.
Eine Erinnerung daran, dass Herausforderungen uns nicht nur stoppen, sondern manchmal genau dorthin führen, wo wir hinschauen dürfen.
Am Dienstag kamen wir schließlich wieder zurück nach Treuchtlingen.
Und Dori?
Die durfte direkt ihren TÜV in Empfang nehmen.
Vielleicht ein schönes Symbol für diese gesamte Reise.
Denn manchmal brauchen nicht nur Fahrzeuge einen prüfenden Blick, sondern auch wir selbst.
Manchmal dürfen wir innehalten, überprüfen, nachjustieren und neu erkennen, was wirklich trägt.
Ich bin dankbar für all die Begegnungen.
Für die Natur.
Für die Gespräche.
Für die Trauer.
Für das Ehrliche.
Für die Pannen.
Und für all das, was sichtbar werden durfte.
Denn jede Reise im Außen erzählt am Ende immer auch etwas über unsere Reise im Inneren.