Manchmal reicht ein Moment, um den ganzen Tag auf den Kopf zu stellen.
Mein Opel Mokka hat sich auf dem Heimweg verabschiedet.
Nicht langsam, nicht schleichend – der Turbo war plötzlich Geschichte.
Warnleuchten, Leistungsverlust, Stillstand. Mitten auf der Strecke.
Und während ich dort stand, wurde mir bewusst, wie sehr dieses Jahr eigentlich schon rast.
2026 fühlt sich jetzt schon an wie Dezember – und wir haben erst Februar.
Termine, Erwartungen, Geschwindigkeit.
Alles drückt. Alles gleichzeitig. Kaum Luft zum Innehalten.
Vielleicht brauchte es genau deshalb diesen Moment des Stillstands.
In solchen Situationen merke ich, wie schnell der Kopf ins Katastrophendenken kippt:
Was kostet das? Wie komme ich nach Hause? Warum ausgerechnet jetzt?
Doch genau hier beginnt der eigentliche Umgang mit unvorhersehbaren Ereignissen.
Zuerst: durchatmen.
Dann: Situation akzeptieren.
Und schließlich: Lösungen suchen statt Schuldige.
Ich hatte Glück im Unglück. Ein Taxifahrer nahm mich mit zum Bahnhof.
Dort dann die nächste Überraschung:
kein Internetempfang. Keine Kartenzahlung möglich. Kein schneller Transfer.
Was er tat, hat mich beeindruckt.
Er gab mir einfach seine Kontodaten und sagte, ich solle später überweisen.
Kein Misstrauen. Keine Diskussion. Einfach Vertrauen.
Inmitten eines Tages, der technisch komplett aus dem Ruder lief,
funktionierte etwas sehr Menschliches erstaunlich gut.
Und während ich wartete – ohne Netz, ohne Ablenkung – merkte ich,
wie ungewohnt sich diese erzwungene Pause anfühlte. Kein Beschleunigen.
Kein „noch schnell“. Nur Zeit.
Unvorhersehbare Ereignisse zeigen uns zwei Dinge:
-
Wie wenig wir kontrollieren können.
-
Wie sehr wir aufeinander angewiesen sind.
Das Auto bleibt liegen. Technik versagt. Pläne platzen.
Aber Gelassenheit ist eine Entscheidung. Und Vertrauen auch.
Vielleicht sind es genau diese Momente, die uns daran erinnern, dass nicht alles planbar ist – aber vieles lösbar.
Und manchmal braucht es keinen Turbo.
Sondern einen Stillstand, damit Februar wieder wie Februar wirken darf.