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Nein sagen und Grenzen setzen

Auch das durfte und darf ich auf meiner persönlichen Reise lernen. Dabei war meine erste
Aufgabe erst einmal meine eigenen Grenzen kennen- und diese auch kommunizieren zu
lernen. Aus meiner Beobachtung heraus achten und wahren wir stets die Grenzen der
anderen, jedoch nicht unsere eigenen. Daher spreche ich im nachfolgenden Kapitel über
meine Lernerfahrungen, die nicht unbedingt zu euch passen müssen. Überhaupt biete ich
euch in meinem Buch, wie auch meinen Seminaren, einen bunten Blumenstrauß an Idee und
Impulsen an. Dabei muss bildhaft gesprochen, nicht jede Blüte zu euch passen. Nehmt
einfach die, die euch gefällt und verfolgt sie weiter.
Ein souveränes Nein zur Sache und nicht zum Menschen ist der erste Schritt zu mehr
Selbstbestimmtheit und Klarheit im Umgang mit mir selbst und anderen. Sei es am
Arbeitsplatz, in der Familie oder im Freundeskreis, immer wieder sind wir herausgefordert,
gute Beziehungen zu leben und uns dabei nicht selbst aufzugeben.
Mein Leben lang war Selbstbestimmung mein persönliches Thema und damit unweigerlich
auch das Thema meiner Klienten. Wie kommt es dazu? Wir umgeben uns automatisch mit
Menschen, die uns ähneln oder die ein identisches Wertesystem leben. Wir erkennen uns
gegenseitig. Nun ist es nur so, dass wir immer genau die Menschen anziehen, die uns
persönliche wie auch berufliche Lernfelder schenken. Das klingt vielleicht im ersten Moment
etwas ungewöhnlich doch vielleicht kommen dir folgende Aussagen bekannt vor:
o Du hast fast immer ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte anderer Menschen, auch
wenn du müde und erschöpft von der Arbeit kommst. Dennoch, du möchtest
gebraucht werden und hörst zu, auch wenn du persönlich jetzt gerne eine
Auszeit/Feierabend hättest.
o Du hast immer wieder das Gefühl, das alles nur an dir hängen bleibt.
o Du lässt dich von bestimmten Personen immer wieder überrumpeln und kannst dich
schlecht wehren.
o Du hast Angst vor Fehlern, Kritik und Konflikten.
o Du hast ein schlechtes Gewissen, wenn du die Bitte eines anderen abschlägst.
o Du arbeitest zu viel und hast kaum einen Feierabend.
o Wenn das so ist, dann geht es dir ähnlich wie vielen anderen Menschen.
Es gibt eine Vielzahl von Situationen-beruflich wie privat- in denen es uns schwerfallen kann,
Nein zu sagen, uns abzugrenzen und uns für unsere ureigenen Belange einzusetzen. Dafür
übernehmen wir Aufgaben für andere, lassen uns vieles aufbürden oder wollen alles perfekt
erledigen. Wir fühlen uns überwältigt von äußeren Anforderungen und Erwartungen und
tanzen kräftezehrend auf verschiedensten Hochzeiten. Wir glauben, immer mehr in immer
kürzerer Zeit leisten zu müssen, fühlen uns hektisch getrieben und dauergestresst. Wir
kommen, wie der berühmte Hamster im Rad, kaum noch zur ersehnten Ruhe. Wir kommen
kaum mehr zu uns selbst. Wer sich aufbürdet, hat schwer zu tragen.
Und möglicherweise kennst du auch das: Du bleibst wieder länger im Büro, willst nur noch
schnell diese eine dringende Aufgabe erledigen, obwohl du längst müde bist und dich nicht
mehr konzentrieren kannst. Oder du hast dir fest vorgenommen, bei einer bestimmten
Person das nächste Mal Nein zu sagen. Aber im entscheidenden Moment sagst du doch
wieder Ja und ärgerst dich über dich selbst nach dem Motto: „Ich habe es wieder nicht
geschafft, Nein zu sagen!“
Damit bleibt alles beim Alten. Und das darf auch durchaus so sein! Solange ich nicht bereit
bin für die Veränderung, schützt mich mein altes System. Schließlich hat es auch eine
positive Absicht, nicht Nein zu sagen. Dennoch, die innere Unzufriedenheit, Frust und Unmut
wachsen, und das Selbstwertgefühl geht langsam, aber sicher in den Keller. Es können auch

noch Konzentrations- und Schlafstörungen hinzukommen und schließlich ein Burn-out als
letzte Reaktion des Körpers endlich einmal persönliche Grenzen zu setzen. Doch das muss
alles nicht sein.
Frauen haben oft Schwierigkeiten, sich in Beziehungen abzugrenzen. Warum ist das so?
Glaubensätze aus der Kindheit wie: „Sei nicht anstrengend“ oder „Du musst allen gerecht
werden“, führen dazu nur beim Gegenüber, jedoch nicht bei mir selbst zu sein. Männer sind
da häufig anders. Ihnen fällt es stattdessen häufiger schwer sich am Arbeitsplatz
abzugrenzen. Wer immer wieder die Erfahrung gemacht hat, in bestimmten Situationen Ja zu
sagen, obwohl sie/er eigentlich Nein sagen will, hat nicht selten das ungute Gefühl,
festzustecken. Doch genau wegen solch unliebsamer Gefühle beginnt ein wichtiger
Erkenntnisprozess:
In unserem Inneren bahnt sich etwas Neues an, und eine leise, vage Ahnung kann sich
urplötzlich in die sichere Gewissheit verwandeln: „So kann es nicht weitergehen!“ „Jetzt
reicht es-ich muss etwas ändern!“ Diese Entscheidung ist die wichtigste Voraussetzung für
eine Veränderung, denn jetzt wissen und spüren wir klar und deutlich: Ich muss und will
etwas ändern- und zwar jetzt! Allein dieser Entschluss verändert dein mentales, emotionales
und körperliches System. Von diesem Augenblick an gehen deine Gedanken in eine neue
Richtung: Du fragst dich nicht mehr: „Wieso kann ich nicht Nein sagen?“ sondern „Wie
komme ich aus der Sackgasse raus?“ „Wie schaffe ich es, mich rechtzeitig abzugrenzen und
Nein zu sagen?“ Was ändert sich in meinem Kopf? Ich suche nicht mehr das Problem,
sondern schaue nach der Lösung. Doch wie genau mache ich das?
Nein-ohne Diskussionen: Es gibt Situationen, in denen muss ich mich einfach abgrenzen, um
so mir selbst treu zu sein. In diesem Fall sage ich „Nein zum Verhalten des Gegenübers“
jedoch bedeutet das nicht unbedingt ein „Nein zum Menschen“. Ich kann den Menschen
dennoch schätzen und mögen. Es bedeutet lediglich ein klares Ja zu mir selbst.

Veröffentlichung: Mein Buch

Hast du auch deinen persönlichen „Wake up call“ erhalten und kannst nun deine Egostrategien und Muster im Leben erkennen? Weißt du bereits so viel über Persönlichkeitsentwicklung und kommst dennoch über deine Selbstoptimierungsstrategien nicht hinaus? Gibt es eine innere Stimme in dir die sich die Fragen stellt: Wer bin ich? Und was möchte ich von meinem Leben und das Leben von mir?

Dann lade ich dich ein, mich auf meiner persönlichen Reise zu meinem „wahren Ich“ ein Stück des Weges zu begleiten. Denn, wenn es mir gelingt, neue Wege zu finden, dann gelingt es dir auch.

Sarrazin Coaching
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